
Über die Darstellung des mittelalterlichen Alltagslebens hinaus geben wir mit unseren Vorführungen einen tieferen Einblick in einzelne Aspekte der Kultur des 12. Jahrhunderts. Ein zentrales Thema stellt dabei die Herausarbeitung standestypischer Besonderheiten der feudalen Gesellschaftsordnung dar.
Im Zuge unserer jahrelangen Vereinsarbeit sind bisher folgende Programmpunkte entstanden:
- Schwertleite
- Kleidung und Mode der Frauen
- Kleidung und Mode der Männer
- Militärische Ausrüstung und Bewaffnung
- Umgang mit Schwert und Schild
- Musik
- Kubb
- Färben
Diese Themen können auch für Schulen und Kindergärten altersgerecht aufbereitet werden. Außerdem existiert ein bereits mehrfach erfolgreich durchgeführtes Konzept für Seminare. Die Einzel-Vorträge bauen aufeinander auf und dauern jeweils ca. 90-120 Minuten. Dabei sind alle oben ausgeführten Programmpunkte vertiefend thematisierbar und können bei Bedarf durch eine allgemeine Einführung in die Welt des Mittelalters eingeleitet werden.
Schwertleite
Die Schwertleite stellt die historische Vorform des wesentlich bekannteren Ritterschlages dar. Sie bildet den glanzvollen Endpunkt einer jahrelangen Ausbildung des zukünftigen Ritters. Es gibt für das hohe Mittelalter ein festes Ritual, das mit leichten regionalen Abweichungen, einheitlich ist.
Unsere nach Originalquellen rekonstruierte Darstellung beginnt damit, dass der adelige Knappe in einem reinen Gewand vor seinen Fürsten tritt und "Schildes Amt" fordert. Die folgende Umgürtung mit dem Schwert und das Anlagen der - meist goldenen - Sporen bedeutet für den Knappen die Aufnahme in die Ritterschaft. Den Charakter einer Standeserhebung hat die Schwertleite im 12. Jahrhundert nicht.
Kleidung und Mode der Frauen
Während eine Edeldame angekleidet wird und sich eine Magd anzieht, erklären wir verbindende und unterscheidende Elemente der Gewandung. Dabei gehen wir besonders auf verwendete Materialien, Schnitte und Verarbeitung ein. Im Mittelpunkt der Erläuterungen stehen funktionelle und repräsentative Aspekte der Kleidung, welche bereits im 12. Jahrhundert zu unterschiedlichen modischen Strömungen geführt haben.
Kleidung und Mode der Männer
Analog zur "Kleidung und Mode der Frauen" kleiden sich hier ein adeliger Herr und ein Mann niederen Standes an. Auch hier stehen standestypische Merkmale im Mittelpunkt der Betrachtung.
Militärische Ausrüstung und Bewaffnung
Die Vorführung beginnt mit dem Aufzeigen der Unterschiede militärischer und ziviler Bekleidung. Entwicklungen und Varianten militärischer Schutz und Angriffswaffen werden erläutert, während sich Bewaffnete für einen Kampf rüsten.
Umgang mit Schwert und Schild
Es wird ein kommentierter Einblick in den mittelalterlichen Kampf zu Fuß gegeben. Die Erläuterungen basieren auf umfangreichem Quellenstudium und zeigen gebräuchliche und praktikable Techniken mit den verwendeten Waffen. Dazu werden die Techniken zunächst langsam und danach in ihrer Anwendung während eines Kampfes gezeigt. Von einfachen Schlagtechniken über Finten, dem Einsatz des Schildes als Waffe, bis hin zu kampfentscheidenden Aktionen spannt sich der Bogen unserer Vorführung.
Musik
Wie bei allen unseren Aktivitäten basiert auch das Musikprogramm vollständig auf Quellen des 12. Jahrhunderts. Daraus bringen wir weltliche Vokalmusik in verschiedenen zeitgenössischen Sprachen zu Gehör, wobei wir großen Wert auf eine darstellerisch lebendige Textinterpretation legen. Wichtiger Bestandteil der musikalischen Darbietung sind außerdem Erläuterungen zu Herkunft und Inhalten der Stücke.
Kubb
Wer im Mittelalter über ein wenig freie Zeit verfügte, hat sie - wie Menschen aller Epochen - auch zum Spielen verwendet. Das bereits aus der Wikingerzeit stammende und während des hohen Mittelalters weit verbreitete Wurfspiel Kubb ist ein Zeugnis dafür. Am Beispiel einer Partie werden Ablauf und Regeln erläutert und verdeutlicht.
Färben
Adäquate Rahmenbedingungen vorausgesetzt können Stoffe und Garne während einer Veranstaltung im Lager gefärbt werden. Da dies jedoch ein zeitaufwendiger Vorgang ist, besteht auch die Möglichkeit eines zusammenfassenden Vortrages über mittelalterliche Färbemethoden und Färbepflanzen. Anhand von umfangreichem Anschauungsmaterial zeigen wir den unterschiedlichen Zugang zu Farben für die verschiedenen Bevölkerungsschichten.
Dieser Programmpunkt wird auch als separate Vortragsveranstaltung mit Unterstützung durch moderne Medien angeboten.