Die Interessengemeinschaft WOLF wurde am 01.01.1987 in Frankfurt am Main ins Leben gerufen, um dem gemeinsamen Interesse der Gründer an der mittelalterlichen Geschichte einen Rahmen zu geben, der über ein rein passives Aufnehmen von Historie aus Büchern hinausgeht.
Am 03.02.1990 wurde die Interessengemeinschaft unter dem obigen Namen in einen eingetragenen, anerkannt gemeinnützigen Verein zur Förderung von Kunst und Kultur umgewandelt. Der Verein ist seitdem stetig gewachsen und hat inzwischen Mitglieder in verschiedenen Regionen, die im normalen Leben den unterschiedlichsten Berufen bzw. Ausbildungen nachgehen.
Wir stellen die Zeit um 1193 n.Chr. - die Zeit nach dem Dritten Kreuzzug - innerhalb eines Freundeskreises in einem lebendigen Rahmen dar.
Den Namen "WOLF" für unseren Verein leiten wir von dem Schmiedezeichen der berühmten Klingenschmiede aus dem Bistum Passau ab. WOLF-Klingen genossen einen beinahe schon legendären Ruf, der sie bis weit in den Orient hinein berühmt und begehrt machte - eine Folge ihrer Qualität und des weitverbreiteten Glaubens, dass sie unter geheimnisvollen Zeremonien gefertigt wurden und daraus magische Kräfte bezogen.
Aus einer ständig wachsenden vereinsinternen Fachbibliothek ziehen wir die Informationen zu Leben, Bekleidung und Kultur dieser Zeit. Nach ausgiebigem Studium historischer Originale, Miniaturen, höfischer Literatur und wissenschaftlicher Fachtexte erstellen wir unsere Bekleidung und Ausrüstung detailgetreu in akribischer Handarbeit. Dabei werden die Quellen bewertet und im Sinne experimenteller Archäologie überprüft.
Bei allen Ausrüstungsgegenständen achten wir auf eine möglichst hohe historische Authentizität, was uns von Historikern und Museen immer wieder bestätigt wird und im Oktober 2006 zur Verleihung des Premio Federichino durch die Staufergesellschaften von Göppingen, Jesi und Palermo geführt hat.
Wir stellen situationsbedingt typische Figuren verschiedener Stände und mittelalterlicher Berufsgruppen mit eigener Persönlichkeit und sozialem Hintergrund dar. Dabei vermeiden wir es historisch existente Personen zu verkörpern, da dies - unserer Meinung nach - ohnehin nicht überzeugend zu realisieren ist. Aus diesem Grund haben wir uns für die "Erschaffung" mittelalterlicher Charaktere entschieden.
Grossen Wert legen wir dabei auf das Herausarbeiten standestypischer Unterschiede, besonders den Gegensatz zwischen einfachem Volk und Adel. Somit vermitteln wir mit unserer Darstellung einen lebendigen Einblick in die Gesellschaftspyramide des Hohen Mittelalters. Unsere Charaktere sind typische Vertreter der damaligen Gesellschaft wie z.B. Adel, Ministerialität, Ritter, Bewaffneter, Klerus, Handwerker, Bauer, Knecht, Magd und Spielleute.
Auf regelmäßigen Treffen beschäftigen wir uns mit dem kulturellen und geschichtlichen Hintergrund, dem Anfertigen von Ausrüstung, Arbeiten am Lager und dem Einstudieren mittelalterlicher Musik, einer Schwertleite und Kampftechniken. Die Ausübung mittelalterlichen Handwerks und verschiedenster Handarbeitstechniken ergänzen die Aktivitäten.
Die Ergebnisse unserer Arbeit werden auf entsprechenden Veranstaltungen, meist in Kooperation mit Museen oder Archäologen, in einem Zeltlager dem Publikum nahegebracht. In der Zusammenarbeit mit Schulen und kulturellen Verbänden in Form von Vorträgen und Seminaren sehen wir ein weiteres wesentliches Aufgabengebiet unseres Vereines.